Geschirr oder Halsband?

Beim Chihuahua absolut KEINE Frage!

Wenn man sich die winzigen Hälschen dieser Kleinsthunde anschaut, und sich bewußt macht, wie wenig Masse sie den auf sie einwirkenden Kräften entgegenzusetzen haben, kann man nicht wirklich guten Gewissens einen einzigen Riemen darum befestigen und den Hund auch noch daran führen.

 Erschwerend kommt noch die extreme Anfälligkeit für Trachealkollaps und Kehlkopfreizungen gerade bei Chihuahuas hinzu. Auch der psychische Effekt ist zu beachten.

Halsbänder sind für kleine Hunde gefährlich! Schon wenn der Hund stehenbleibt und man geht weiter, weil man es nicht sieht, kann der unbeabsichtigte Leinenruck das Tier verletzten, ganz abgesehen davon, daß Einwirkung auf die empfindlichste Körperstelle des Hundes, nämlich den Hals, den Hund massiv ängstigt, er empfindet es als Lebensbedrohend!

Der Mensch bringt schon allen mindestens 100 x mehr Kraft auf als ein Chihuahua, wie soll also solch ein Hälschen, sei es auch noch so gut trainiert, einem unbeabsichtigten Ruck standhalten?

Wer das nicht kapiert, dem sei ein Selbstversuch empfohlen: Schaufensterbummel mit Halsband (Gürtel ?) und Leine. Nicht reden (!!) und der Leinenhalter möglichst durch weitere Begleitperson oder auch Hund abgelenkt. Genau nebeneinander gehen verboten - viel Spaß! Am besten gleich Termin beim Orthopäden machen . . .

Und wie muß das optimale Geschirr aussehen?

Es soll den Hund nicht stören, ihm unbeschwertes laufen ermöglichen, nirgends reiben oder scheuern, auf der anderen Seite muß es aber auch zuverlässig und sicher genug sein, um den Hund kontrollieren zu können, ihn zu sichern - egal ob an der Leine oder im Auto - es ist die wichtigste Verbindung zwischen Hund und Mensch. Als Leine kann man zur Not eine Kordel oder einen Gürtel nehmen, ein gutes Geschirr aber ist nicht zu ersetzen.

01. es darf nicht einengen oder gar einschneiden

02. es sollte nirgends drücken

03. es sollte nicht rutschen

04. es darf nirgends reiben

05. es muß ausreichend verstellbar sein, um es auf die persönlichen Gegebenheiten 
      des Hundes ausrichten zu können 

06. die Schultergelenke müssen frei sein, dürfen nicht eingeengt werden

07. Es muß absolut sicher halten - ein sich öffnendes Geschirr ist lebensgefährlich,
       also sind minderwertige Schnallen oder gar Klettverschlüsse absolut ungeeignet.

08. Die Gurte sollten weich, fest und nur so breit sein, daß sie nicht einschneiden können

09. Es muß im Ernstfall den Druck möglichst breit verteilen

 Das ideale Geschirr für einen Chihuahua

 10. ist möglichst leicht, haarschonend, weich aber formstabil, reißfest, waschbar, farbecht
       und ausreichend verstellbar

11. hat einen Rückensteg, der von den Schulterblättern bis auf Höhe des Brustbein-Endes
      reicht, damit der Bauchgurt ziemlich gerade an der breitesten Stelle des Hundebrustkorbes
      sitzt

12. hat auf jeden Fall einen Bruststeg, damit der Bauchgurt keinesfalls über die Rippen hinaus
       in die Weichteile rutschen und der Halsgurt nicht nach oben zur Kehle verschoben werden
       kann

13. hat kleine, gut haltende Schnallen, die nirgends drücken, aber doch auch nach Jahren noch
      sicher halten

14. hat rostfreie Metallbeschläge (bzw. Ringe)

15. bedeckt so wenig wie eben möglich von der Haut des Hundes, um Haut-Irritationen und
      -Reizungen,  Haarbruch und nachhaltige Schädigung der Haarwurzeln zu vermeiden.

 Was ist ungeeignet?

 A. dicke, breite, schwere Gurte

 B. alles, was verrutschen kann

C. die sogenannten Norwegergeschirre - Chihuahuas sind keine Schlittenhunde:
     Entweder ist das Geschirr zu weich/labberig und rutscht in die Weichteile/gegen die Kehle
     oder es ist viel zu breit/schwer/ unflexibel, dann kann es den Bewegungen des Hundes nicht
     folgen und reibt

D. die sogenannten step&go Geschirre, da sie auf den Schultergelenken sitzen diese und im
     schlimmsten Falle nachhaltig schädigen können

E. Jacken- oder westenartige Geschirre, denn diese sitzen im Gegensatz zu einem Shirt oder
     Mantel viel zu eng an, irritieren die Hundehaut, reizen die Haarbälge, rauhen die Haare auf
     bis zum Bruch und können im schlimmsten Falle gravierende Allergien verursachen - von
     Schadstoffen im Material mal ganz abgesehen

Aktualisiert (Montag, den 24. Januar 2011 um 21:53 Uhr)

 
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